SSV Schwalbe Lixfeld e.V.1913
SSV Schwalbe Lixfeld e.V.1913
SSV "Schwalbe" Lixfeld e.V.
SSV "Schwalbe" Lixfeld e.V.

Sechs Schwalben im Himalaya

Plakat Nepal Vortrag

Ein Reisebericht von Stefan Heß über die Nepalreise der sechs "Schwalben" Gerhard Hanßmann, Waldemar Wilke, Jochen Beck, Alexander Müller, Carsten Klar und Stefan Heß:

 

Am 06.10.10 sind wir mit unserer Reisegruppe von 17 Personen von Frankfurt nach Kathmandu geflogen. Nach einem sechsstündigen Zwischenstopp in Bahrain im Persischen Golf sind wir dann am 07.10.10 um 8.10 Uhr nepalesischer Zeit in Kathmandu gelandet. Für Carsten und mich war Kathmandu besonders beeindruckend, da wir beiden von den Lixfeldern das erste mal in Nepal bzw. Kathmandu waren. Die Stadt war unheimlich chaotisch: Keine Verkehrsregel, alle Autos hupen und jeder schlängelt sich irgendwie durch die Gassen und der Staub brennt auf der Lunge.

Nach dem Essen haben wir schon die ersten Postkarten geschrieben, da der Transport doch einige Zeit von Nepal nach Deutschland braucht. Wenn die Karten überhaupt ankommen, da die Postbeamten (so sagt man) auch schon mal die Briefmarken wieder entfernen und weiterverkaufen. Wir hatten Glück, die Karten sind scheinbar alle angekommen.

Am Nachmittag sind wir dann zum Youth Hostel der Nepalhilfe gefahren. Die Fahrt durch die chaotische Stadt hat eine Stunde gedauert. Als wir dort ankamen haben sich die Jugendlichen sehr gefreut. Alex Müller hat eigens einen Fußball und eine Ballpumpe mitgebracht und die Jungs haben sofort angefangen zu kicken, während die Mädchen uns mit stolz zu ihren Zimmern und anderen Räumen geführt haben, um uns das Hostel zu zeigen.

Weitere Infos zum Hostel findet Ihr hier:

http://www.nepalhilfe.de/projekte/hostel.html

 

Am 08.10 haben wir vormittags auf der Dachterasse unser Bergsteigermaterial überprüft, dass wir später noch für die Besteigung des Island Peaks benötigt haben. Die fehlenden Sachen, wie z.B. einige Steigeisen, Karabiner usw. haben wir uns dann noch in Kathmandu ausgeliehen.

Nach diesem Prozedere sind wir dann mit dem Kleinbus zur Pashupatinath, einer hinduistischen Totenverbrennungsstätte gefahren. Am Fluß gab es mehrere Leichenverbrennungen und die Luft war voller Qualm. In der Nähe dieser Anlage saßen überall Sadhus, die sich der Askese und einem streng religiösen Leben verschrieben haben. Nichtsdestotrotz wollten sich ständig Geld dafür haben, dass man mit Ihnen gemeinsam ein Foto machen durfte. Von dort aus sind wir zu Fuß weiter zur Boudhanath gelaufen.  Es handelt sich dabei um das wichtigste buddhistische Heiligtum außerhalb Tibets. Die Gläubigen zogen im Uhrzeigersinn um das Gebäude und drehten dabei die Gebetsmühlen an den Außenmauern. Wir Angelburger haben und das bunte Treiben von der Dachterasse eines Restaurants angeschaut und dabei eine leckere Pizza verspeist und uns ein Bierchen gegönnt.

 

Am 09.10. sind wir gleich nach dem Frühstück zum Flughafen gefahren, um nach Lukla in den Himalaya zu fliegen, damit wir unsere Trekkingtour beginnen konnten. Nach dreistündiger Wartezeit in dieser chaotischen Abfertigungshalle kam dann leider die Ernüchterung. Wegen zu starker Bewölkung in der Gegend um Lukla konnten an diesem Tag keine Flüge stattfinden. Also haben wir wieder das gesamte Gepäck und die Ausrüstung für unser Base Camp am Island Peak wieder zurück in den Bus geschleppt. Nachdem wir wieder im Tibet Guest House neue Zimmer bezogen hatten, sind wir dann mit einem Teil der Gruppe zum buddhistischen Affentempel gelaufen und haben uns diese Sehenswürdigkeit angesehen. Gerhard, Waldemar und Jochen waren nicht dabei, da sie die Anlage von ihren früheren Nepalreisen schon kannten.

Am Sonntag den 10.10.10 haben wir wegen der anhaltenden schlechten Wetterlage in Lukla beschlossen unser Programm etwas zu ändern. Unsere Reiseleiter Alex Schmidt und Reiseveranstalter Raj haben uns blitzschnell Tickets für einen Flug nach Pokara besorgt. Eigentlich wollten wir erst nach der Trekkingtour dort das Kinderdorf der Nepalhilfe besuchen, aber es erschien uns als sinnvoll dies vorzuziehen, damit wir das Programm im Gebirge nicht kürzen mussten. Wir wurden dann auf 3 Maschinen aufgeteilt und der Flug dauerte aber auch nur eine knappe halbe Stunde. In Pokhara haben wir dann das "Pokhara Holiday Inn" bezogen, wo wir dann in der Gartenanlage aufeinander gewartet haben. Abends haben wir uns dann die Einkaufspromenade am Phewa See angeschaut und in einem Restaurant direkt am See gut gegessen.

Am nächsten Tag sind wir dann mit dem Bus ins Kinderdorf gefahren. Der Kleinbus des Kinderdorf war ein indischer Tata Aufbau auf einer Mercedes Benz Basis. Die Kinder und Mitarbeiter haben uns schon am Eingang mit Blumen und Begrüßungsschals empfangen. Leider waren an diesem Tag nur 20 Kinder da, da gerade Ferien waren und ca. 40 Kinder bei irgendwelchen Angehörigen in ihrer Heimat waren. Die Freundlichkeit der Kinder war überwältigend. Sie hatten überhaupt keine Berührungsängste und wollten ständig mit uns fotografiert werden. Wir wurden durch das gesamte Kinderdorf geführt und anschließend mit kühlen Getränken versorgt. Zwischendurch kamen auch immer mal wieder andere Touristen, die sich diese Anlage angeschaut haben. Mittags wurde sehr lecker für uns gekocht. Es gab Dal Bat, das nepalesische Nationalgericht und Riesenchips aus Kichererbsenbrei. Am Nachmittag stand dann wieder der Rückflug nach Kathmandu an.

Weitere Infos zum Kinderdorf: http://www.nepalhilfe.de/projekte/kinderdorf.html

Am Dienstag den 12.10 haben wir nach langem warten bis 13 Uhr im Guesthouse dann leider wieder die Nachricht bekommen, dass wir an diesem Tag wieder nicht fliegen können. Die Stimmung erreichte einen absoluten Tiefpunkt, da wir nun endlich mit der Trekkingtour loslegen wollten und nicht in Kathmandu weiter warten wollten. Alex Schmidt und Raj sind dann zum Flughafen gefahren, um alle ihnen möglichen Hebel in Bewegung zu setzten. Unsere Gruppe hat sich dann die Zeit in  der Stadt vertrieben. Ich habe mir z.B. mit einigen Anderen das Weltkulturerbe Hanuman-dhoka Durbar Square mit seinen alten Gebäuden angeschaut. Bei der Rückkehr gab es dann eine gute Nachricht: Für den nächsten Tag wurden wir für den ersten Flug nach den regulär gebuchten Flügen angesetzt. Am Abend haben wir dann noch etwas Mau Mau gespielt und uns das Essen auf dem Dach des Hotels servieren lassen.

 

 

Mit voller Hoffnung sind wir dann am Mittwoch wieder mit dem Kleinbus zum Flughafen gefahren. Da wir 17 Reiseteilnehmer und 4 Sherpas (Guides) waren und nur eine Maschine mit 17 Leuten besetzten durften mussten wir zusehen, die übrigen 4 Personen noch irgendwie in einer anderen Maschine unterzubringen.

Es ergab sich dann noch die Möglichkeit einen Hubschrauber zu chartern. Trotz der Kosten von 360 US Dollar pro Person haben sich Gerhard Hanßmann, Thorsten aus Frechenhausen und Jörg aus Simmersbach und ich dazu entschieden, den fast einstündigen Flug per Helicopter zu machen. 

Erst hies es, dass 5 Personen mitfliegen konnten, aber auf einmal durften dann nur 4 Personen mit. Alex Müller wollte eigentlich auch mitfliegen, aber inzwischen hatte sich ein Koreaner in den Flug "eingekauft". Dann gab es wieder Chaos mit unserem Gepäck, da unsere Taschen wegen der großen Gepäckmenge des Koreaners nicht in dem Heli mitgenommen werden konnte. Die Taschen wurden dann teilweise auf nachfolgende Flugzeuge aufgeteilt. Auch die Bezahlung mit der Kreditkarte gestaltete sich zunächst sehr schwierig, da für das manuelle Durchschlagsgerät zunächst kein Papier vorhanden war.  Wir brauchten Nerven wie Drahtseile und haben geduldig auf dem heissen Rollfeld gewartet. Als wir dann endlich bezahlt haben,mussten wir noch ca. 40 Minuten im Hubschrauber auf die Starterlaubnis warten, bis es dann endlich losging. 

Um ca. 14.20 Uhr sind wir dann in Lukla angekommen. Wir waren froh, endlich in den Bergen zu sein. Am Zaun hinter der Landebahn warteten dutzende Träger auf mögliche Arbeit. Unser Gepäck kam dann 2 bzw. 3 Maschinen später. Danach haben wir die Khumbu Lodge im Dorf bezogen, wo wir auf die anderen warten wollten. Alex Müller sendete uns dann via SMS die nächste Hiobsbotschaft: Ihr Flug wird nicht mehr an diesem Tag stattfinden. Wir waren riesig enttäuscht. Wie sollte es nun weiter gehen? Die Gruppe war getrennt und wir hatten noch nicht einmal unser komplettes Gepäck. Die in Kathmandu zurückgebliebenen haben dann eine regelrechte Demonstration im Büro der Airline gestartet. Die Stimmung bei ihnen musste noch schlechter sein als bei uns, da sie schon wieder zurück ins Hotel fahren und ein neues Zimmer beziehen mussten. Währen wir uns in Lukla den Ort angeschaut haben kam dann eine SMS von Alex Müller, dass sie auf einen Flug am nächsten Morgen um 9.20 Uhr gebucht wurden. Wir waren trotz dieser Botschaft nicht sonderlich optimistisch, da wir gelernt haben, dass man sich in Nepal auf keine Aussage, Zeit oder irgend welche Zusagen verlassen kann.

Wir haben den Abend bei nepalesischem Whiskey und Kartenspiel ausklingen lassen. Die Nacht in der hellhörigen Khumbu Lodge war sehr kalt.

 

Am nächsten Vormittag sind wir dann die ca. 300 Meter rüber zur Landebahn gegangen, um die Anderen in Empfang zu nehmen. Via SMS kam dann die Botschaft, dass sie das Flugzeug bereits bestiegen haben. Jetzt waren wir wieder optimistisch!  Um ca. 11.15 Uhr sind sie dann endlich in einer Twin Otter gelandet! Die Freude war riesig groß! Nach einer herzlichen Begrüßung gab es dann eine Nudelsuppe und ein Reisgericht in der Lodge und um 13.15 Uhr konnten wir dann endlich unsere Tour beginnen. Um 16 Uhr hatten wir dann unser Tagesziel Phakding (2660 m) erreicht. Auf dem Weg dorthin passierten wir 2 Hängebrücken und unser Gepäck wurde von Dzos bzw. Dzopkyos (Mischung aus Yak und Kuh) getragen. Ein Teil der Gruppe hatte am Abend noch ein buddhistisches Kloster oberhalb des Ortes besucht, wo die Mönche eine Gebetsstunde abhielten.

Der nächste Tag war leicht bewölkt und wenn die Sonne mal herauskam, dann sogar stechend heiß. Direkt nach dem Frühstück wurden unsere Tragetiere bepackt und es ging weiter Richtung Namche Bazar. Fast 900 Höhenmeter mussten bewältigt werden. Die Weg ging entlang des Dudh Koshi Fluß vorbei an Monjo und Jorsale. Insgesamt haben wir 3 Hängebrücken überqueren müssen. Kurz vor dem starken Anstieg in Richtung Namche mussten wir die imposante Hillary Bridge passieren. Nach Namche haben die schnellsten unserer Gruppe rund 4 Stunden und 15 Minuten gebraucht. Der Weg war sehr beschwerlich, da wir noch nicht richtig akklimatisiert waren. Selbst dem ein oder anderen Tragetier, wir hatten insgesamt 8 Stück, hing die Zunge raus. Auf ca. 3000 m begegneten uns die Tiere und unsere Taschen sahen aus, als ob sie in den letzten 3 Stunden 20 Jahre gealtert waren. Kurz vor dem Ortseingang von Namche sind wir dann noch in einen kräfitgen Regenschauer gekommen und einige aus unserer Gruppe sind bis auf die Unterhose nass geworden. Es war etwas niederschmetternd, als wir merkten, dass sich unsere Lodge am oberen Ende des Ortes befand, da uns die Strecke schon sehr stark gefordert hatte. Den Nachmittag haben wir dann alle in diesem beschaulichen Ort verbraucht. In den Gassen gab es überall Souvenir- und Oudoorläden, in denen man entweder Andenken, Lebensmittel oder (meist) gefälschte Markenwaren kaufen konnte.  Als wir uns in den Gassen bewegten kamen uns zwei liebestolle Pferde entgegen, was nicht ganz ungefährlich war, da alle Leute auf der Straße blitzartig zur Seite springen mussten. Die Pferde konnten sich bis in die Abendstunden nicht richtig beruhigen und haben den Ort über längere Zeit unsicher gemacht.

Am Samstag den 16.10.2010 sind wir nach dem Frühstück bei starker Bewölkung um 7.45 Uhr aufgebrochen. Ab und zu haben Wolkenlöcher einen Blick auf die Berge zugelassen und wir konnten hin und wieder die Spitze der Ama Dablam (6856 m) erkennen. Am Flugfeld von Namche vorbei sind wir hoch zum Everest View Hotel, ein komfortables Hotel, dass bei schönem Wetter einen direkten Blick auf den Everest zulässt. An diesem Tag konnte man jedoch teilweise kein 200 m weit sehen. Danach ging es weiter nach Khumjung und nach Mong La. Kurz vor diesem Ort wurde der Regen immer stärker und wir haben dann erstmal dort in der Boudha Lodge (3973 m) Mittag gemacht. Gerhard Hanßmann hat sich nach diesem anstrengenden Marsch entschlossen, dass es für ihn keinen Sinn macht mit uns weiter zu gehen. Nicht nur die Anstrengung in dieser Höhe, auch Schmerzen im Knie erlaubten ihm kein weitergehen. Nach einer längeren Pause in der Lodge kam dann der Abschied. Er wollte zurück nach Namche gehen und uns war allen klar, dass wir uns nun 10 Tage nicht wiedersehen werden. Gerhard sagt, dass es für ihn nicht so schlimm sei, da er schon vor Jahren bereits auf dem Kala Patthar gestanden ist. Der Abschied von der Gruppe war recht emotional. Ein Sherpa hat ihn begleitet.

Wir sind dann weiter über Phortse Tenga zum Dudh Koshi Fluß abgestiegen, um auf der anderen Seite wieder Richtung Phortse aufzusteigen. Kurz nach der Überquerung der Bretterbrücke kam uns Lakpa Sherpa entgegen, der Gerhards Gepäck bereits in Phortse geholt hat, da die Tragetiere mit unseren Sachen schon lange dort waren.

Eine starke Leistung! Ich musste ihm übriges vorher ein Foto mit Gerhards Tasche zeigen, da wir ihm das Aussehen sprachlich nicht beschreiben konnten und er auch nicht das Namenschild lesen konnte. In der Namaste Lodge (3840 m) angekommen, hat der Wirt erstmal den Ofen mit Yakdung angefeuert, damit unsere Kleidung trocknen konnte. Am Abend haben wir dann teilweise "6 nimmt", ein lustiges Kartenspiel, gespielt. Für mich selbst war die Nacht unruhig, da ich ständig Mäuse in der hohlen Holzwand rumlaufen gehört habe.

Unser nächstes Ziel war das Bergdorf Dingboche auf 4410 m Höhe. Leider war es immer noch stark bewölkt und die hohen Gipfel waren nicht zu sehen. Meist sahen wir nur den Talfluß und den gegenüberliegenden Berghang. Der Weg führte über Shomare, Orsho und Tsuro Og. Am Wegesrand haben sich uns Wildtiere gezeigt und auf der anderen Bergseite war das berühmte Kloster von Tengboche, sowie der Talfluß Imja Khola zu sehen. In Pangboche haben wir dann eine kleine Pause gemacht. Dort konnten wir sehen wie eine Frau Yakdung an eine Mauer klatschte. Wenn der Dung dann irgedwann getrocknet ist, fällt er von der Mauer ab und kann als Brennstoff verwendet werden. Oberhalb der Baumgrenze ist dies meist der einzige Brennstoff.

Langssam fing das Wetter an zu nerven. Wir wussten, dass wir uns in einer atemberaubenden Gegend befinden, konnten jedoch nicht viel davon sehen. Am Abend saßen wir völlig fertig in unserer Lodge, da der Weg sehr anstrengend war und wir noch voll im Akklimatisierungsprozess waren. Lakpa Sherpa, der das Geepäck von Gerhard geholt hat und ihn nach Namche begleitet hatte, stieß um 19 Uhr zu uns. Für die 1000 Höhenmeter und die Strecke, für die wir 2 Tage brauchten, benötigte er lediglich 6 Stunden. Er kam mit einem Lächeln in die Stube und Jörg Schneider aus Simmersbach hat ihm dann erstmal eine Dose Bier spendiert, über die er sehr glücklich war. Der Sherpa hatte uns einen Brief von Gerhard mitgebracht, über den wir uns alle sehr gefreut haben. Mit Hoffnung auf besseres Wetter sind wir dann ins Bett gegangen.

Montag 18.10.2010

 

Nach dem Aufstehen war noch alles bewölkt. Jedoch kurz nach dem Frühstück riss es zumindest teilweise auf. Wir konnten nun endlich die Ama Dablam (6856 m), den Lhotse (8501 m) und vor allem unseren Island Peak (6189 m) sehen, den wir noch besteigen wollten. Die Stimmung in der Gruppe war plötzlich wie ausgetauscht. Euphorisch sind wir hoch in Richtung Duglha (4620 m) gelaufen. Dort hat dann leider Waldemar für sich beschlossen umzukehren. Schade! Nach kurzem Abschied ging ein Sherpa mit ihm nach Dingboche zurück. In den folgenden Tagen hat Waldemar sich dann auf den Weg Richtung Namche gemacht um seinen Freund Gerhard wieder zu treffen.

Kurz über Duglha kamen wir auf einer Anhöhe zu den Gedenksteinen der verunglückten Bergsteiger und deren Sherpas. Wenn man einige Bücher über den Himalaya und von den Schicksalen dieser Bergsteiger gelesen hat, dann  geht es einem schon etwas Nahe, wenn man z.B. vor dem Gedenkstein von Scott Fischer steht, der bei der großen 1996er Katastrophe am Everest ums Leben gekommen ist. Wir machten an dieser Stelle eine längere Pause und dösten teilweise etwas vor uns hin. Die Aussicht war trotz einiger Wolken spektakulär. Wir haben dort sehr viele Fotos geschossen. Danach ging es weiter bergauf nach Lobuche, wo wir die Kalu Pathar Lodge auf 4928 m bezogen haben. Der recht einfache Weg dorthin war sehr anstrengend. Einige aus der Gruppe bekamen Kopfschmerzen. Kurz vor der Ankunft fing es an zu schneien und die Landschaft war schön eingepudert.

Die Lodge war sehr primitiv, eigentlich unter aller Kanone. Die Zimmer waren sehr enge  Bretterverschläge  und das Haus  war völlig überfüllt. Der Ofen im Gastraum konnte auch nicht für ausreichend Wärme sorgen. Es galt nur irgendwie die Nacht zu überstehen, denn wenn man wieder draußen an der frischen Luft ist, dann sind die beschwerlichen Nächte schnell vergessen.

In der Nacht konnten wir alle mehr schlecht als recht schlafen. Jörg sagte, dass er überhaupt kein Auge zugemacht hat. Die Luft war dort schon sehr dünn. Der Morgen und das Wetter waren jedoch wunderbar! Die Landschaft war mit Schnee leicht eingepudert und gut gelaunt haben wir den Ort verlassen. Auf dem Weg zu unserem Tagesziel Gorak Shep haben wir noch einen italienische Forschungspyramide besucht. Zwei Mitarbeiter waren so freundlich und haben uns dieses Hightechlabor auf 4970 m vorgestellt. Auf dem Weitermarsch haben wir sehr die Bergkulisse genossen. Als wir in Gorak Shep angekommen sind, habe ich noch mit eine paar anderen Leuten aus unserer Gruppe den Aussichtsberg Kala Patthar (5550 m) bestiegen. Die Aussicht auf den Mount Everest, Nuptse, Pumori, Ama Dablam und vielen anderen Bergen war gigantisch. Von dort oben konnte man auch gut die Zelte im Pumori Base Camp sehen. Jochen, Alex Müller, Carsten, Jörg und Thorsten haben diese Tour gleich am nächsten Tag mit Sherpa Dawa unternommen. Alle, die am nächsten Tag zum Everest Base Camp laufen wollten mussten den Berg an diesem Tag besteigen. Das Yeti Resort (unsere Lodge für diese Nacht) war auch eine sehr einfache Behausung. Jörg und ich haben im Zimmer neben der Toilette geschlafen, wo es leider sehr stark nach Kerosin gestunken hat. Das Kerosin war in den Spülwasserbehältern und fungierte quasi als Frostschutzmittel.

Mittwoch 20.10.10

 

Wieder ein herrlicher Tag. Während Alex Müller, Carsten, Jochen, Thorsten und Jörg auf den Kala Patthar gestiegen sind, bin ich mit dem anderen Teil unserer Truppe in das Everest Base Camp gelaufen. Der Weg dorthin war gespickt mit gigantischen Ausblicken. Auch für die Jungs oben auf dem Kala Patthar konnte das Wetter garnicht besser sein. Der Weg zum Base Camp führte über den Khumbu Gletscher und wir bewegten uns die ganze Zeit in einer Höhe von rund 5200 m. Der Khumbu Icefall und die kirchturmhochen Séracs (Eistürme) war beeindruckend. Hin und wieder lösten sich Schneelawinen vom nahe gelegenen Nuptse und gingen mit Getöse ab. Auf dem Weg dorthin sind wir am Gedenkstein von Andi Harris und Rob Hall vorbeigekommen, die ebenfalls bei der 1996er Katastrophe am Everest ums Leben gekommen sind. Hall sitzt heute immer noch unterhalb des Gipfels im Schnee. Unser Sherpa Dawa ist bei seiner Besteigung des Everest an ihm vorbeigelaufen. Die Everestbesteiger müssen zwangsweise an einigen Leichen vorbeilaufen, da eine Bergung der Toten in solchen Höhen nahezu unmöglich ist.

Im Base Camp war eine amerikanische Expedition. Die Bergsteiger waren nach Auskunft eines Sherpas 4 Tage zuvor auf dem Gipfel. Der Weg zum Base Camp über die Khumbu Gletscher hat sich lange gezogen und war anstrengend, da auch in dieser Höhe nur die Hälfte des normalen Sauerstoffgehaltes in der Luft zur Verfügung stand.

 

Auf dem Rückweg sind uns dann auf dem letzten Drittel die Anderen begegnet, die sich auch noch die Gedenksteine von Hall und Harris anschauen wollten. Um 15 Uhr war die Gruppe wieder komplett in der Lodge. Irgendwie war jeder im Gastraum am Husten. Der Husten begleitete einige von uns mehrere Tage.

 

Donnertag 21.10.10

 

Beim Aufwachen war draussen alles grau in grau und es war sehr kalt. Vor der Lodge zeigten sich einige Schneehühner. Beim Abstieg haben wir Lobuche links liegen gelassen. Es wurde immer bewölkter und in Duglha, wo wir uns zuvor am 18.10. von Waldemar verabschiedet hatten, haben wir dann wieder Mittag gegessen. Der weitere Abstieg nach Dingboche erfolgte bei starkem Nebel. Dort angekommen haben wir wie zuvor die Moonlight Lodge bezogen. Der Wirt sagte uns, dass Waldemar dort nur eine Nacht geschlafen hat und dann weiter Richtung Namche gegangen ist, wo er sich mit Gerhard Hanßmann treffen konnte. Sein großes Gepäck hatte er aber hier gelassen, da er es nicht alles alleine tragen konnte.

Für umgerechnet 3 Euro haben sich ein Teil der Gruppe das erste mal seit Tagen mal wieder eine warme Dusche gegönnt.

 

Freitag 22.10.10

Gleich nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg zum Island Peak Base Camp (5080 m) gemacht. Das Wetter war sehr gut, sprich optimal für unser
Vorhaben. Leider musste eine Teilnehmerin aus unserer Gruppe wegen Unwohlsein und einer Erkältung nach einem guten Viertel der Strecke wieder umkehren.
Dies bedeutete dann für sie:  3 Tage in Dingboche auf uns warten. In Chhukung haben wir uns dann nochmal in der Makalu Lodge mit einer sehr großen und
leckeren Portion gebratenen Nudeln und Gemüse gestärkt. Nach dem Essen haben wir uns dann noch von 3 weiteren Mitgliedern unserer Gruppe verabschiedet, die von schon von Anfang an die Besteigung nicht mitmachen  und in Dingboche dann ebenfalls auf uns warten wollten. Nach einem sehr langen Marsch entlang am Nuptse Gletscher erreichten wir dann das Base Camp. Das Camp war sehr stark frequentiert und mehrere Dutzend Zelte standen dort.
Die Sherpas hatten alles schon wunderbar vorbereitet und unsere Iglozelte waren alle schon aufgebaut. In einem etwas größeren Gemeinschaftszelt haben die Küchenjungs dann Fisch und selbstgemachte Pommes auf den Teller gezaubert. Zusätzlich gab es noch eine Thunfischpizza, die wir uns dann alle Acht geteilt haben. Es ist schon bemerkenswert, unter welchen Umständen die Köche solches Essen zubereiten können. Von den Lixfeldern waren zu diesem Zeitpunkt nur noch Carsten und Stefan dabei. Gerhard und Waldemar waren in Namche und Alex, Jochen und Thorsten aus Frechenhausen waren auf dem Weg zu ihnen.
An diesem Abend sind wir früh in die Daunenschlafsäcke gekrochen um am nächsten Tag wieder fit zu sein.

Samstag 23.10.10

Wir haben an diesem Tag 2 Stunden für den Aufstieg in das High Camp (5600 m) benötigt. Die 520 Höhenmeter hatten es jedoch bei dieser sehr dünnen Luft in sich.
Das Wetter war gut und wir wurden auch dort bestens mit Essen versorgt. Da wir dort kein Gemeinschaftszelt hatten, sind wir frühzeigtig nach einer Tomatensuppe und Nudeln mit Käsesauce um 17 Uhr wegen der eisigen Kälte in den Schlafsack gegangen. Weil man auf dieser Höhe sowieso nicht richtig schlafen kann und wir um 1 Uhr nachts wieder aufstehen mussten, war dies das Beste, was man machen konnte. In der Nacht wurden wir teilweise durch ein heftiges Getöse wach, da irgendwo in der Nähe bzw. am gegenüberliegenden Berg eine Schneelawine abgegangen ist.

Sonntag 24.10.10

Um 01.00 Uhr sind wir aufgewacht und um 02.00 Uhr dann mit Stirnlampen bei klirrender Kälte und fast Vollmond zum Gipfel aufgebrochen. Der Aufstieg in der Dunkelheit war sehr beschwerlich. Kurz vor dem Gletscher haben wir dann unsere Steigeisen angelegt. Der Weg über den Gletscher bis zu den ersten Fixseilen, die von den Sherpas auf ca. 6000 m gelegt wurden, war ebenfalls sehr kräftezehrend. Manchmal hat man nur 2 Schritte geschafft und musste dann wieder kurz pausieren.
An dieser Stelle, also 200 m unter dem Gipfel hatte sich Jörg aus Simmersbach leider entschieden nicht mehr weiterzugehen. Völlig durchfrohren und abgekämpft hat er dann den Abstieg angetreten. Mittlerweile war auch die Sonne aufgegangen. Carsten war der Erste der in der steilen Eisrinne in das Fixseil gegangen ist, danach folgte ich (Stefan). Mit hoher Kraftanstrengung haben wir uns an dem Seil mit der Handsteigklemme hinaufgezogen. Carsten hatte Probleme damit, dass ich das Seil ständig von unten in Bewegung brachte und mir flogen ständig die Eisbröckchen ins Gesicht, die Carsten 10 m über ihm losgetreten hatte. Als ich oben ankam, lag auch Carsten völlig fertig im Schnee. Wir konnten vor Anstrengung kaum miteinander sprechen. Der Sauerstoffgehalt in dieser Höhe beträgt weit weniger als 50% im Vergleich zur Seehöhe. Auch die ständigen Hustenanfälle, die eingentlich fast alle der Gruppe hatten, kamen entsprechend dazu. Carsten war schon wieder mit dem Karabiner und der Klemme im nächsten Fixseil gesichert. Nach einer kurzen Pause schleppten wir uns dann einige Meter weiter auf eine kleines Plateau unter dem letzten Fixseil. Dort liesen wir dann unsere Rucksäcke zurück, da sie uns in diesem Moment nur noch als Ballast erschienen. Mittlerweile schloss auch Alex Schmidt aus Bottenhorn zu uns auf und ging von dort aus dann hoch auf den Gipfel.
Danach folgte Carsten und dann ich. Carsten dürfte damit der erste Lixfelder gewesen sein, der jemals auf einem 6000er gestanden hat. Gegen 6.55 Uhr waren wir nun bei herrlichstem Kaiserwetter auf der Schneespitze des Island Peak. Das Glücksgefühl nach dieser Anstregungung war gigantisch. Man sah die Ama Dablam und das Tal nach Dingboche, direkt gegenüber den Lhotse, den Baruntse und in der Ferne den Makalu. Die Aussicht war unvergesslich. Langsam war die Gruppe komplett und nach ca. 15 bis 20 Minuten Aufenthalt traten wir den Abstieg an. Mit einer Abseilacht konnten wir uns dann über die Fixseile relativ schnell abseilen. Der anschießende Weg über den Gletscher war wunderschön. In der Nacht beim Aufstieg konnten wir gar nicht sehen, wie herrlich es dort oben war. Bevor es wieder in den Fels ging wurden wir noch mit einem kleinen Essenspaket versorgt. Es gab nepalesische Kekse, ein gekochtes Ei und einem wirklich ekelig aussehenden Stück Käse. Der Abstieg kam mir selbst sehr lange vor.

Gegen Mittag erreichten wir das Highcamp wo wir uns sofort in die Sonne gelegt und gedöst haben. Den Weg vom High Camp runter zum Basecamp ist jeder in seinem eigenen Tempo gegangen. Ich bin z.B. alleine gegangen und durch die dünne Luft und die Erschöpfung hatte ich ein Gefühl, als ob ich betrunken gewesen wäre.

Um ca. 15 Uhr ereichten die meisten der Gruppe das Base Camp, wo wir die nächste Nacht noch einmal verbringen mussten. Nach dem Abendessen bin ich sofort in meinen Schlafsack gegangen.
Ich z.B. war seit meiner Bundeswehrzeit nicht mehr so erschöpft gewesen. Die Anderen waren noch ein wenig länger im Gemeinschaftszelt. Es gab noch einen Kuchen für die Gipfelssieger. Mich konnte man aber mit nichts mehr aus dem Zelt locken. Carsen und die Anderen konnten sich den Kuchen gerne allein schmecken lassen.

Montag 25.10.10

Beim Aufstehen rieselte uns dass gefrorene Kondenswasser der Zeltdecke auf den Schlafsack, das Gesicht und die Klamotten. Nach dem Aufstehen mussten wir die Schlafsäcke erstmal zum Lüften und Trocknen in die Sonne legen und nach dem Frühstück erfolgte der Abstieg Richtung Dingboche, wo 4 Teilnehmer unserer Gruppe warteten. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns dann erstmal wieder auf halber Strecke in der Makalu Lodge in Chhunkung gestärkt. Nachmittags haben wir dann endlich wieder die Anderen in Dingboche getroffen.
Die Wiedersehensfreude war groß. Die Island Peak Besteiger haben sich dann erstmal eine lang ersehnte Dusche gegönnt. Am Abend haben wir uns dann die Erlebnisse der vergangenen Tage ausgetauscht. Die Nacht war kalt und sternenklar. Nun mussten wir aber nicht mehr in einem Zelt schlafen, sondern hatten ein schönes weiches Bett in einer Baracke.

Dienstag 26.10.10

Bei anhaltendem Sonnenschein haben wir bei dem weiteren Abstieg endlich gesehen, was auf dem Hinweg die Nebel und die Wolken verborgen hatten.
Die Vegetation wurde immer üppiger und durch die Anstrengung der letzten Tage war die Strecke nur noch ein Kinderspiel. Hinter uns lag immer der Lhotse
und die Ama Dablam. Im Außenbereich der Rivendell Lodge in Debuche haben wir dann Mittag gemacht. Es hing eine bayerische und tiroler Fahne draussen. Die Köchin konnte sogar Deutsch, da sie unteranderem schon mal in Innsbruck gearbeitet hatte. Im nächsten Ort in Tengboche haben wir uns das berühmte Kloster angeschaut und danach erfolgte ein langer und zäher Abstieg bis zur Hängebrücke über den Imja Khola Fluß. Nach einem Aufstieg auf der anderen Seite des Flusses haben wir die Green Valley Lodge (3450 m) in Lawichsa bezogen. Durch den Abstieg unter 4000 m sind die Lebensgeister wieder in uns zurückgekehrt. Nach abendlichem Nebel war die Nacht wieder sternenklar.

 

Mittwoch 27.10.10

 

Bei bestem Wetter ging es weiter Richtung Namche, wo Jochen, Alex Müller, Gerhard Hanßmann, Waldemar und Thorsten warteten. Die Strecke war sehr schön und die Menge an Trekkern wurde immer mehr. Auf dem Weg haben wir einen riesigen Geier gesehen, der über unser Köpfe hinweg gerauscht ist. Wir waren von seiner Spannweite sehr beeindruckt.

Mit Carsten zusammen bin ich weit vor dem Rest der Gruppe in Namche angekommen. Über der Gasse an der Lodge hin eigens für uns ein großes Begrüßungsbanner: "Gipfelsieg am Island Peak - Alex Group 2010". Wir haben uns sehr gefreut. Wie sich nachher herausstellte, haben sie das gute Stück von einem ortsansässigen Künstler extra anfertigen lassen. Da Gerhard seinen Posten mit dem Fernglas am Fenster offenbar verlassen hatte, haben wir mit unserer Ankunft überrascht. Der Rest der Heimkehrer wurde dann gegen 12 Uhr Mittags mit großem TamTam empfangen. Alex Müller hat sich dafür Kuhglocken im Ort ausgeliehen, damit zum Empfang kräftig gebimmelt werden konnte. Nach dieser freudigen Begrüßung war die Gruppe nach tagelanger Trennung nun endlich wieder komplett. 

Die Namaste Lodge war super. Die Schlafräume waren geräumig und gut ausgestattet und es gab eine westliche Toilette sowie ein Waschbecken. Abends kam die Nachricht, das Lakpa Sherpa Vater geworden ist. Darauf haben wir erstmal angestoßen und für die Sherpas gab es an diesem Abend freie Getränke! Nach einem spaßigen Abend sind die letzten der Gruppe gegen 23 Uhr ins Bett gegangen.

 

Am nächsten Tag hatte der frisch gebackene Vater etwas Kopfschmerzen und wir haben im gleich eine Aspirin spendiert. An diesem Tag haben wir sehr spät gefrühstückt. Für den Abstieg hat sich unsere Gruppe zweigeteilt, da ein Teil sich noch ein wenig in Namche aufhalten wollte. Die Lixfelder, Thorsten und Jörg bildeten die Vorhut. Das Wetter auf diesem steilen Abstieg war vom Allerfeinsten.

Das Tagesziel war die Tashi Tagey Lodge in Phakding. Gerhard Hanßmann hatte leider auf den letzten Kilometern heftige Schmerzen an den Außenbändern und konnte sich nur sehr mühsam bis in die Lodge schleppen. Alex Müller hat ihm dann ein starkes Schmerzmittel gegeben, das dann auch gleich geholfen hat.

Optisch haben wir uns alle auch etwas verändert. Wir haben alle so im Schnitt zwischen 4 und 6 Kilos abgenommen und uns Männern sind in den letzten Tagen Vollbärte gewachsen.

 

Freitag 29.10.10

 

Die letzte Etappe zurück nach Lukla. Das Wetter war weiterhin schön. Zum Mittagessen waren wir Gäste in einem Wohnhaus eines Sherpas. Auf die Art und Weise konnten wir uns ein Bild von einem nepalisischen Privathaus machen. Es gab einen guten Milchkaffee und Kartoffelkrebbel. Gegen 13 Uhr sind wir dann weiter nach Lukla gelaufen und dort angekommen haben wir wieder die Khumbu Lodge bezogen. Am Nachmittag haben wir dann zufällig Reinhold Messner getroffen. Was ein krasser Zufall! Messner arbeitete dort an einem Filmprojekt. Auf der Hauptstraße kamen wir ins Gespräch mit ihm und machten einige Fotos.

Wir fanden es alle sehr witzig und auch schön, dass wir am Ende unserer Bergtour ausgerechnet den bekanntesten Bergsteiger der Welt trafen.

Am Abend hatten wir dann unser große gemeinsame Abschlussfeier. Die Tour war dann am Ende doch mehr als gelungen. Mit dem restlichen Essen vom Island Peak haben die Sherpas uns noch ein wahres Festmahl bereitet.

Es gab Hähnchen mit Reis und Gemüse und eine Island Peak Torte. Unter großem Beifall hat dann noch jeder Sherpa sein Trinkgeld bekommen. Die Stimmung war super und wir hatten sehr viel Spaß zusammen. Ein Höhepunkt war für die Sherpas die Verlosung von Ausrüstungsgegenständen, die wir nicht mehr brauchten, oder einfach gerne zurücklassen wollten. Es gab z.B. Hosen, T-Shirts, Handschuhe, Trinkflaschen etc. und sogar einen Schlafsack. Die Sherpas haben sich sehr über die Sachen gefreut. Danach wurde noch gesungen, getanzt und noch das ein oder andere Bier getrunken. Alex Müller, Waldemar, Jochen, Jörg und Stefan sind dann noch in den Irish Pub gegangen und haben Billiard gespielt. Um 0.30 Uhr waren dann auch die Letzten im Bett. Zuvor hat uns Lakpa Murbo Sherpa noch die Haustür geöffnet.

Am Samstag den 30.10.10 sind wir dann um 9.40 Uhr fast pünktlich mit einer Twin Otter nach Kathmandu geflogen und dort um 10.15 Uhr gelandet. Damit war unsere Trekkingtour im höchsten Gebirge der Welt beendet. In Kathmandu haben wir uns erstmal wieder die Annehmlichkeiten der Zivilisation gegönnt: Dusche, Fernsehen, gutes Essen, etc.

 

Am nächsten Tag sind wir dann wieder von Kathmandu über Bahrain nach Frankfurt geflogen.

 

Die, die zum ersten mal in Nepal waren, haben alle gesagt, dass sie irgendwann wieder kommen. Die Anderen waren ja teilweise schon mehrfach da.

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